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Inkasso beauftragen - Ablauf Kosten und Tipps - Collectia GmbH
17/04/2026

Inkasso beauftragen: Ablauf, Kosten und Tipps

Offene Forderungen kosten Unternehmen mehr als nur Geld. Bleiben Rechnungen trotz Fälligkeit unbezahlt, leidet nicht nur die Liquidität, sondern auch die interne Effizienz: Buchhaltung, Vertrieb und Management verbringen Zeit mit Nachverfolgung, statt sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Genau an diesem Punkt stellt sich für viele Unternehmen die Frage, wann es sinnvoll ist, ein Inkassounternehmen zu beauftragen und wie dieser Schritt in der Praxis abläuft.

Wer nach „Inkasso beauftragen“ sucht, will in der Regel keine theoretische Definition lesen, sondern eine klare Entscheidungsgrundlage. 

  • Wann reicht das eigene Mahnwesen noch aus? 
  • Wann ist professionelle Unterstützung sinnvoll? 
  • Welche Unterlagen werden benötigt? 
  • Wie laufen Kontaktaufnahme, Prüfung und mögliche Eskalation ab? 
  • Und vor allem: Welche Kosten entstehen und wer trägt sie? 

Genau diese Fragen beantwortet dieser Beitrag.

Wichtig ist dabei ein nüchterner Blick auf den Prozess. Ein Inkassobüro ist keine „letzte Drohkulisse“, sondern ein professioneller Dienstleister für die strukturierte Durchsetzung offener Forderungen. Seriöses Inkasso bedeutet klare Kommunikation, rechtssichere Abläufe, nachvollziehbare Kosten und digitale Prozesse, die die Beauftragung und Bearbeitung deutlich vereinfachen. Für Unternehmen mit wiederkehrenden Außenständen kann das ein echter Hebel für Cashflow, Prozessqualität und Entlastung sein.

Wann sollte man ein Inkassounternehmen beauftragen?

Ein Inkassounternehmen sollte in der Regel dann beauftragt werden, wenn eine Forderung fällig ist, der Schuldner trotz Mahnungen oder klarer Zahlungsaufforderungen nicht zahlt und der Verzug eingetreten ist. Rechtlich ist dabei entscheidend, dass die Forderung fällig und durchsetzbar ist und dass der Schuldner sich im Zahlungsverzugbefindet. Dieser Verzug tritt häufig nach einer Mahnung ein, kann unter bestimmten Voraussetzungen aber auch ohne Mahnung vorliegen – etwa bei einem festen Zahlungstermin oder nach der 30-Tage-Regel des § 286 Abs. 3 BGB.

Praktisch gesprochen lohnt sich Inkasso vor allem in vier Situationen:

  1. wenn mehrere Zahlungsaufforderungen ohne Reaktion geblieben sind. 
  2. wenn der Schuldner zwar reagiert, aber die Sache immer weiter hinauszögert. 
  3. wenn der Außenstand für das Unternehmen einen spürbaren Liquiditätsengpass erzeugt. 
  4. wenn interne Ressourcen fehlen, um Forderungen konsequent und rechtssicher weiterzuverfolgen. 

Gerade bei wachsenden Debitorenbeständen ist Inkasso häufig nicht nur eine Reaktion auf einen Einzelfall, sondern Teil eines professionellen Debitorenmanagements.

Viele Unternehmen warten an dieser Stelle zu lange. Aus Angst vor Konflikten, aus Zeitmangel oder weil man „dem Kunden noch eine Chance geben“ möchte. Das ist menschlich nachvollziehbar, kann wirtschaftlich aber teuer werden. Denn: Je älter eine Forderung wird, desto aufwendiger und unsicherer wird ihre Realisierung häufig. Frühzeitiges, strukturiertes Handeln verbessert dagegen die Chancen auf Zahlung und signalisiert dem Schuldner, dass offene Rechnungen ernst genommen werden.

Wichtig ist außerdem die Abgrenzung zwischen Mahnwesen und Inkasso. Das Mahnwesen ist in der Regel der interne Teil: Rechnungsstellung, Zahlungserinnerung, Mahnung, Fristsetzung. Inkasso beginnt dort, wo die Forderung professionell weiterverfolgt wird – außergerichtlich und, wenn nötig, gerichtlich. Wer diese Grenze sauber zieht, verhindert Reibungsverluste und weiß genauer, wann Eigeninkasso endet und professionelle Unterstützung beginnt.

Inkasso beauftragen – so funktioniert der Prozess

1. Forderung übergeben

Der erste Schritt ist die Übergabe der Forderung. Dazu braucht das Inkassounternehmen die zentralen Informationen zum Fall: Rechnung, Schuldnerdaten, Vertrags- oder Auftragsgrundlage, bisherigen Kommunikationsverlauf, gegebenenfalls Mahnungen und relevante Nachweise zur erbrachten Leistung. Je sauberer diese Unterlagen vorbereitet sind, desto schneller und belastbarer kann der Fall angelegt werden. Fehlen wichtige Informationen, verzögert das die Bearbeitung und kann die Durchsetzung unnötig erschweren.

Diese Unterlagen sollten Sie für die Beauftragung bereithalten:

  • Rechnung oder Rechnungen
  • Vertrags- oder Auftragsunterlagen
  • Lieferschein oder Leistungsnachweis
  • Bisherige Mahnungen und relevante Kommunikation
  • Aktuelle Kontaktdaten des Schuldners

Für Unternehmen mit einzelnen Fällen reicht oft eine manuelle Übergabe. Wer regelmäßig Forderungen bearbeitet, profitiert dagegen von strukturierten digitalen Prozessen, etwa standardisierten Uploads, Portalen oder Schnittstellen zu Buchhaltung und ERP. Gerade bei größeren Volumina ist das kein Nice-to-have, sondern ein echter Effizienzfaktor. Denn je weniger manuelle Reibung zwischen Buchhaltung und Inkasso entsteht, desto schneller wird aus einem offenen Posten ein bearbeiteter Fall.

2. Prüfung und Fallanlage

Nach der Übergabe folgt die Prüfung. Ein seriöses Inkassounternehmen übernimmt nicht blind jeden Fall, sondern prüft zunächst, ob die Forderung schlüssig erscheint, ob Fälligkeit und Verzug vorliegen und ob die Unterlagen eine belastbare Bearbeitung ermöglichen. Das ist wichtig, weil ein professionelles Verfahren nicht nur effizient, sondern auch rechtssicher sein muss. Gerade bei unklaren Sachverhalten, bestrittenen Forderungen oder lückenhafter Dokumentation braucht es eine saubere Bewertung vor dem nächsten Schritt.

An dieser Stelle zeigt sich bereits ein wichtiger Unterschied zwischen seriösem und unseriösem Inkasso: Gute Dienstleister arbeiten transparent, erklären ihre Anforderungen und bewerten wirtschaftlich, wie ein Fall sinnvoll weitergeführt werden sollte. Das schützt nicht nur vor unnötigen Kosten, sondern reduziert auch das Risiko, dass ein Fall zu früh oder in die falsche Richtung eskaliert. Für Unternehmen ist diese rechtliche und operative Vorprüfung oft bereits ein erheblicher Mehrwert.

3. Kontaktaufnahme mit dem Schuldner

Im nächsten Schritt beginnt die außergerichtliche Bearbeitung. Dabei nimmt das Inkassounternehmen Kontakt mit dem Schuldner auf, fordert zur Zahlung auf, setzt Fristen und prüft, ob sich der Fall ohne Gericht lösen lässt. Gerade im B2B-Bereich ist das häufig der wirtschaftlich sinnvollste Weg, weil er schneller, kostenschonender und für bestehende Geschäftsbeziehungen oft verträglicher ist als ein sofortiger gerichtlicher Schritt.

Professionelles Inkasso bedeutet hier nicht bloß Druck, sondern strukturierte Kommunikation. Ein Schuldner kann zahlen, nicht zahlen oder nicht zahlen wollen – und diese Unterschiede sind in der Bearbeitung wichtig. In manchen Fällen führt schon die erste externe Zahlungsaufforderung zum Erfolg, in anderen braucht es Ratenzahlungsvereinbarungen oder klarere Fristen. Entscheidend ist, dass die Bearbeitung konsequent, nachvollziehbar und wirtschaftlich bleibt.

4. Gerichtliches Mahnverfahren (optional)

Bleibt auch die außergerichtliche Bearbeitung erfolglos, kann der Fall gerichtlich weitergeführt werden. Typischerweise bedeutet das den Übergang in das gerichtliche Mahnverfahren. Dieses ist für Ansprüche auf Zahlung einer bestimmten Geldsumme in Euro vorgesehen und kann über das offizielle Mahnportal der Justiz online angestoßen werden. Es ist damit ein standardisierter Weg, Geldforderungen gerichtlich geltend zu machen, ohne sofort ein vollständiges Klageverfahren zu führen.

Der Ablauf ist recht klar: Auf den Mahnbescheid folgt eine Frist von zwei Wochen für Zahlung oder Widerspruch. Bleibt der Widerspruch aus, kann ein Vollstreckungsbescheid beantragt werden, der einem für vorläufig vollstreckbar erklärten Versäumnisurteil in seiner Wirkung gleichsteht (§ 700 Abs. 1 ZPO) und die rechtliche Grundlage für spätere Vollstreckungsmaßnahmen bildet.

Reagiert der Schuldner dagegen mit Widerspruch, geht die Sache in das streitige Verfahren über. Genau deshalb ist es wichtig, schon bei der Beauftragung zu prüfen, wie belastbar die Forderung dokumentiert ist.

5. Zahlungseingang oder Abschluss

Am Ende eines Inkassoprozesses steht entweder der Zahlungseingang, eine Zahlungsvereinbarung, ein gerichtlicher Titel oder – je nach Einzelfall – die wirtschaftliche Entscheidung, den Fall nicht weiter zu verfolgen. Nicht jede Forderung wird sofort realisiert, aber ein professioneller Ablauf schafft Transparenz: Unternehmen wissen, welche Schritte unternommen wurden, wo der Fall steht und welche Optionen noch bestehen. Das ist gerade bei größeren Portfolios entscheidend.

Für viele Unternehmen liegt der eigentliche Nutzen deshalb nicht nur in einzelnen Zahlungserfolgen, sondern auch in der Entlastung und Steuerbarkeit. Statt offener, unklarer Prozesse entsteht ein nachvollziehbarer Bearbeitungsweg mit klaren Bearbeitungsschritten. Und genau diese Kombination aus Realisierungsdruck, Transparenz und Prozessqualität macht professionelles Inkasso im Alltag so wertvoll.

Inkasso online beauftragen – schnell und digital

Für viele Unternehmen ist ein digitaler Beauftragungsprozess heute ein entscheidender Vorteil. Wer Inkassofälle online beauftragen kann, spart Zeit, reduziert Rückfragen und sorgt dafür, dass offene Forderungen schneller in die Bearbeitung kommen. Gerade bei mehreren Fällen oder wiederkehrenden Außenständen ist das deutlich effizienter als eine rein manuelle Übergabe.

Digitale Prozesse schaffen außerdem Transparenz. Dokumente können strukturiert übermittelt, Fälle sauber angelegt und Bearbeitungsstände nachvollziehbar dokumentiert werden. Das erleichtert nicht nur die Zusammenarbeit mit dem Inkassopartner, sondern auch die interne Steuerung in Buchhaltung, Finance und Management.

Ein modernes Inkassounternehmen sollte deshalb nicht nur rechtssicher arbeiten, sondern auch eine einfache und nachvollziehbare digitale Übergabe ermöglichen. Genau das reduziert Reibung im Prozess und macht die Beauftragung im Alltag deutlich unkomplizierter.

Was kostet es, ein Inkasso zu beauftragen?

Kostenstruktur im Überblick

Die Kostenfrage ist einer der häufigsten Gründe, warum Unternehmen beim Thema Inkasso zögern. Gleichzeitig wird sie oft zu simpel dargestellt. Denn in der Praxis geht es nicht um „eine feste Inkassogebühr“, sondern um verschiedene Kostenbestandteile: Verzugszinsen, mögliche Verzugspauschalen im B2B-Bereich, gegebenenfalls weitere Kosten der Rechtsverfolgung und, je nach Modell, um die Frage, ob für den Auftraggeber selbst Kosten entstehen. Die konkrete Struktur hängt vom Fall, dem Forderungswert, dem Verlauf und dem gewählten Dienstleister ab.

Rechtlich relevant ist zunächst: Für Geldschulden gelten grundsätzlich Verzugszinsen von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz. Bei Entgeltforderungen, an denen kein Verbraucher beteiligt ist, beträgt der Verzugszins neun Prozentpunkte über dem Basiszinssatz. Zusätzlich kann im B2B-Bereich eine Pauschale von 40 Euro anfallen. Darüber hinaus bleibt die Geltendmachung weiterer Schäden grundsätzlich möglich. Diese Regeln geben einen Rahmen vor, beantworten aber nicht jede praktische Kostenfrage für jeden Einzelfall.

Wer trägt die Inkassokosten?

Im Alltag wird häufig vereinfacht vom „Schuldnerprinzip“ gesprochen. Juristisch sauberer formuliert heißt das: Befindet sich der Schuldner im Verzug, können erforderliche und zweckmäßige Kosten der Rechtsverfolgung grundsätzlich als Verzugsschaden geltend gemacht werden. Ob und in welcher Höhe das im konkreten Fall möglich ist, hängt jedoch von der Fallgestaltung ab. Genau deshalb ist Transparenz bei der Kostenkommunikation so wichtig – sowohl gegenüber dem Auftraggeber als auch gegenüber dem Schuldner.

Für Unternehmen ist vor allem entscheidend, dass ein Dienstleister offenlegt, wann Kosten für den Auftraggeber selbst entstehen können und wann nicht. Das betrifft insbesondere Fälle mit gerichtlicher Bearbeitung, Sondermaßnahmen oder abweichenden Vergütungsmodellen. Wer hier mit einem seriösen Anbieter arbeitet, sollte jederzeit nachvollziehen können, welche Schritte wirtschaftlich sinnvoll sind und wann welche Kosten ausgelöst werden.

Beispiel für Inkassokosten

Ein einfaches Beispiel macht die Logik greifbarer: Bei einer Hauptforderung von 1.000 Euro können zusätzlich Verzugszinsen anfallen; im B2B-Bereich kommt unter Umständen noch die 40-Euro-Pauschale hinzu. Je nach Verlauf können weitere Kosten der Rechtsverfolgung relevant werden. Das zeigt: Die Hauptforderung bleibt wirtschaftlich der Kern des Falls, aber mit zunehmender Dauer und Eskalation des Verfahrens können zusätzliche Positionen dazukommen.

Gerade deshalb lohnt sich der frühe Blick auf Wirtschaftlichkeit. Ein Inkassounternehmen sollte nicht nur erklären, was juristisch möglich ist, sondern auch, welche Schritte praktisch sinnvoll sind. Denn der beste Prozess ist nicht der mit den meisten Maßnahmen, sondern der, der Forderungen zügig, rechtssicher und mit vertretbarem Aufwand realisiert.

Wann entstehen Kosten für Auftraggeber?

Kosten für Auftraggeber entstehen vor allem dann, wenn das gewählte Modell dies vorsieht oder wenn zusätzliche Maßnahmen außerhalb der Standardbearbeitung erforderlich werden. Dazu können gerichtliche Schritte, Vollstreckungsmaßnahmen oder individuell vereinbarte Sonderprozesse gehören. Entscheidend ist hier weniger eine pauschale Ja-Nein-Antwort als die Transparenz des Angebots. Unternehmen sollten vor Beauftragung genau verstehen, wie das Kostenmodell funktioniert und in welchen Szenarien eigene Kosten möglich sind.

Wer nur auf den Preis schaut, greift deshalb oft zu kurz. Viel wichtiger ist, ob der Anbieter verständlich erklärt, wie Fälle bearbeitet werden, welche Leistungen im Standard enthalten sind und wie mit Sonderfällen umgegangen wird. Ein seriöser Inkassodienstleister schafft hier Klarheit, und genau diese Klarheit reduziert Friktion im Entscheidungsprozess.

Inkasso-Unternehmen beauftragen – worauf achten?

Seriosität und Zulassung

Der erste und wichtigste Punkt ist die Zulassung. Inkassodienstleistungen dürfen in Deutschland nur von registrierten Inkassounternehmen oder Rechtsanwälten erbracht werden. Diese Registrierung ist kein Detail, sondern die grundlegende Voraussetzung für professionelles und rechtssicheres Arbeiten. Unternehmen sollten deshalb immer prüfen, ob der Anbieter ordnungsgemäß registriert ist und seriös auftritt.

Seriosität zeigt sich aber nicht nur in der formalen Zulassung. Sie zeigt sich auch in der Art der Kommunikation, in nachvollziehbaren Prozessen und in einem professionellen Umgang mit Schuldnern. Wer hier mit unnötig aggressiven oder intransparenten Methoden arbeitet, riskiert nicht nur Beschwerden, sondern auch Reputationsschäden für den Auftraggeber. Gerade deshalb lohnt es sich, auf Anbieter zu setzen, die rechtliche Sicherheit und professionelle Kommunikation zusammenbringen.

Transparente Preisgestaltung

Viele Unternehmen vergleichen Inkassoanbieter zunächst über den Preis. Das ist verständlich, aber oft zu kurz gedacht. Wichtig ist nicht nur, was ein Anbieter kostet, sondern vor allem, wie transparent er ist: also ob klar erklärt wird, wofür Kosten entstehen, welche Leistungen enthalten sind und wann zusätzliche Maßnahmen extra abgestimmt werden müssen. Eine transparente Preisstruktur sollte deshalb ein zentrales Auswahlkriterium sein.

Gerade wenn regelmäßig überfällige Forderungen ins Inkasso abgegeben werden sollen, ist außerdem wichtig zu prüfen, ob das Modell zum eigenen Unternehmen passt. Einzelfälle, wiederkehrende Fälle, größere Portfolios oder White-Label-Setups haben unterschiedliche Anforderungen. Ein guter Inkassopartner denkt deshalb nicht nur in Gebühren, sondern in Prozesslogik, Volumen und wirtschaftlicher Passung.

Digitale Lösungen / Online-Zugang

Ein modernes Inkassounternehmen sollte digitale Übergabe- und Bearbeitungsprozesse anbieten. Das betrifft nicht nur die Online-Beauftragung, sondern auch die Nachvollziehbarkeit der Fallbearbeitung, die Dokumentenlogik und, bei Bedarf, technische Integrationen. Für Unternehmen mit strukturiertem Forderungsmanagement ist das ein erheblicher Vorteil, weil sich Inkasso so deutlich leichter in bestehende Prozesse einfügt.

Gerade für Finance-Teams, die viele Fälle steuern, ist Transparenz im Prozess wichtiger als ein einzelner niedriger Preis. Ein Online-Zugang, klar definierte Bearbeitungsschritte und digitale Übergabewege sparen im Alltag Zeit und schaffen Sicherheit, intern wie extern. Und genau hier zeigt sich, ob ein Anbieter wirklich „easy to work with“ ist oder ob digitale Schlagworte nur auf der Website stehen.

Erfolgsquote und Erfahrung

Ein weiterer wichtiger Punkt ist Erfahrung. Unternehmen wollen keinen theoretisch sauberen, aber operativ schwachen Anbieter, sie wollen einen Partner, der Forderungen effizient, professionell und wirtschaftlich bearbeitet. Erfahrung zeigt sich dabei nicht nur in Fallzahlen, sondern auch im Umgang mit unterschiedlichen Branchen, Streitlagen und Eskalationsstufen. Die Erfahrung entscheidet häufig darüber, wie realistisch eine Forderung eingeschätzt und wie sinnvoll ein nächster Schritt gewählt wird.

Gleichzeitig sollte Erfahrung nicht mit Starrheit verwechselt werden. Der passende Partner vereint rechtliche Kompetenz mit einer pragmatischen, effizienten Arbeitsweise und gut strukturierten, digitalen Prozessen. Gerade diese Kombination ist es, die moderne Inkassodienstleister heute von reiner „Nachverfolgung per Brief“ unterscheidet.

Vorteile eines Inkassounternehmens für Firmen

Der größte Vorteil eines Inkassounternehmens ist für viele Unternehmen die Entlastung. Offene Forderungen werden nicht mehr nebenbei verfolgt, sondern in einen strukturierten Prozess überführt. Das spart Zeit, vermeidet unnötige Abstimmungsprobleme und sorgt intern für mehr Ruhe, besonders dann, wenn Finance, Vertrieb und Geschäftsführung bisher parallel an denselben Fällen gearbeitet haben.

Hinzu kommt die höhere Erfolgswahrscheinlichkeit. Professionelle Kommunikation, rechtssichere Abläufe und die Möglichkeit, Fälle bei Bedarf in das gerichtliche Mahnverfahren zu überführen, sorgen dafür, dass Forderungen deutlich konsequenter durchgesetzt werden. Gleichzeitig bleibt die Bearbeitung nachvollziehbar und wirtschaftlich steuerbar. Genau das ist für Unternehmen wichtig, die nicht nur „irgendetwas tun“, sondern Forderungen systematisch managen wollen.

Auch der Erhalt der Kundenbeziehung ist ein wichtiger Punkt. Seriöses Inkasso arbeitet nicht mit unnötiger Eskalation, sondern mit klarer, professioneller und sachlicher Kommunikation. Das ist kein „weicher“ Faktor, sondern wirtschaftlich relevant – besonders in Branchen, in denen Kundenbeziehungen grundsätzlich fortbestehen sollen.

Inkasso Firma beauftragen vs. selbst eintreiben

Viele Unternehmen fragen sich, ob sie offene Forderungen nicht einfach selbst weiterverfolgen sollten. Grundsätzlich ist das natürlich möglich. Eigeninkasso gibt Kontrolle, aber es bedeutet auch Aufwand: Fristen müssen überwacht, Schreiben sauber formuliert, Unterlagen gepflegt und Entscheidungen über die gerichtliche Geltendmachung rechtlich und wirtschaftlich sinnvoll getroffen werden. Gerade bei mehreren Fällen gleichzeitig wird das schnell zur Belastung.

Hinzu kommen rechtliche Fallstricke. Wer Forderungen konsequent bearbeiten will, muss Fälligkeit, Verzug, Kommunikation und mögliche nächste Schritte sauber voneinander trennen. Ein Fehler an dieser Stelle kostet nicht nur Zeit, sondern kann die Durchsetzung erschweren. Professionelles Inkasso reduziert dieses Risiko, weil Prüfung, Kommunikation und gerichtliche Bearbeitung in erfahrenen Händen liegen.

Der Vergleich ist deshalb nicht nur „selbst machen versus abgeben“, sondern eher: Wo ist der Prozess wirtschaftlich besser aufgehoben? Bei einzelnen Sonderfällen mag Eigenbearbeitung genügen. Bei wiederkehrenden oder zeitkritischen Forderungen ist die Beauftragung eines professionellen Dienstleisters häufig die effizientere Lösung.

Fazit: Wann lohnt sich Inkasso wirklich?

Inkasso lohnt sich insbesondere dann, wenn Forderungen trotz Mahnungen nicht gezahlt werden, interne Ressourcen begrenzt sind und eine professionelle, rechtssichere Lösung benötigt wird. Wer ein Inkassounternehmen beauftragt, kauft nicht nur Nachdruck ein, sondern vor allem Struktur, Transparenz und Prozessqualität. Genau das macht den Unterschied zwischen einer offenen Forderung, die intern weitergeschoben wird, und einem Fall, der tatsächlich bearbeitet wird.

Für Unternehmen bedeutet das konkret: weniger interner Aufwand, bessere Steuerbarkeit, höhere Realisierungschancen und ein klarer Weg von der Forderungsübergabe bis zum Zahlungseingang oder – wenn nötig – zur gerichtlichen Bearbeitung. Wer offene Forderungen schnell, professionell und ohne unnötige Reibung realisieren möchte, ist mit einem modernen, digitalen Inkassopartner gut beraten.

Collectia verbindet genau diese Anforderungen: einfache Online-Beauftragung, transparente Prozesse, rechtssichere Bearbeitung und ein klarer Fokus auf Effizienz. Für Unternehmen, die Inkasso professionell aufsetzen wollen, ist das eine naheliegende und wirtschaftlich sinnvolle Wahl.

FAQ zum Thema Inkasso beauftragen

Wann sollte man ein Inkassounternehmen beauftragen?

Ein Inkassounternehmen sollte in der Regel dann beauftragt werden, wenn eine Forderung fällig ist, der Schuldner sich im Verzug befindet und interne Zahlungsaufforderungen oder Mahnungen nicht zu einer Zahlung geführt haben.

Was kostet es, einen Inkassofall zu beauftragen?

Die Kosten für den Schuldner hängen vom Einzelfall, vom Forderungswert, vom Verfahrensverlauf und vom gewählten Modell ab. Relevant sein können Verzugszinsen, im B2B-Bereich die 40-Euro-Pauschale und weitere Kosten der Rechtsverfolgung. Der Gläubiger sollte die konkreten Konditionen mit seinem Inkassopartner klar abstimmen.

Wer zahlt die Inkasso-Kosten?

Befindet sich der Schuldner im Verzug, können notwendige Kosten der Rechtsverfolgung grundsätzlich als Verzugsschaden geltend gemacht werden. Ob und in welcher Höhe das im Einzelfall möglich ist, hängt von der Fallgestaltung ab.

Kann man Inkasso online beauftragen?

Ja. Moderne Inkassodienstleister bieten digitale Übergabeprozesse, Portale oder andere Online-Wege an, über die Forderungen strukturiert eingereicht und während der laufenden Bearbeitung oftmals auch eingesehen werden können.

Wie lange dauert ein Inkasso-Verfahren?

Das hängt stark vom Einzelfall ab. Außergerichtliche Lösungen können relativ schnell erreicht werden; kommt es zum gerichtlichen Mahnverfahren oder zu Vollstreckungsmaßnahmen, verlängert sich der Ablauf entsprechend.

Was passiert, wenn der Schuldner nicht zahlt?

Reagiert der Schuldner auch auf die außergerichtliche Bearbeitung nicht, kann der Fall, sofern die Voraussetzungen vorliegen, in das gerichtliche Mahnverfahren und anschließend gegebenenfalls in die Vollstreckung übergehen.

Lohnt sich Inkasso auch bei kleineren Forderungen?

Ja, auch bei kleineren Forderungen kann es sinnvoll sein, sie an ein Inkassounternehmen zu übergeben. Entscheidend ist nicht nur die Höhe der einzelnen Forderung, sondern auch der interne Aufwand, die Anzahl der offenen Posten und die Frage, wie konsequent das Forderungsmanagement im Unternehmen gesteuert werden soll.


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