CFO Outlook
Sie haben das Gefühl, alles im Griff zu haben. Ihre Systeme sehen das nicht immer genauso.
96 % der Finanzverantwortlichen in Nordeuropa sind überzeugt, finanzielle Risiken erfolgreich steuern zu können. Gleichzeitig verfügen nur 29 % über vollständig integrierte Systeme, die dieses Vertrauen auch operativ untermauern.
Für den CFO Outlook 2026 wurden 150 CFOs, Finanzleiter und weitere Finanzentscheider in Deutschland, Dänemark, Schweden und Norwegen zu den Themen Künstliche Intelligenz, Risikomanagement und Zahlungsverhalten befragt.
Zentrale Erkenntnisse
96 %
fühlen sich im Risikomanagement sicher
29 %
verfügen über vollständig integrierte Systeme
94 %
nutzen KI im Finanzbereich
61 %
können ihren Nutzen nicht belegen
49 %
sehen den größten KI-Wert in der Risikovorhersage
Fünf Erkenntnisse aus der Studie
Die Befragung wurde im April 2026 in vier Märkten durchgeführt. Das sind die wichtigsten Ergebnisse.
1. Der makroökonomische Druck ist zur neuen Normalität geworden
Finanzverantwortliche müssen heute nicht mehr nur eine Herausforderung bewältigen, sondern gleich drei gleichzeitig: die Kosten für Kapital, die steigenden Betriebskosten und die Belastung durch Kunden, die später bezahlen als noch vor wenigen Jahren.
Die Stimmung ist nicht von Panik geprägt. Aber die Aufgabe ist deutlich anspruchsvoller geworden als noch vor drei Jahren.
2. KI ist überall. Ihr Nutzen nicht.
94 % der Finanzverantwortlichen nutzen KI bereits in Teilen ihrer Finanzfunktion, und die Hälfte gibt an, dass KI in zentrale Prozesse integriert ist.
Gleichzeitig können 61 % nicht klar nachweisen, welchen konkreten Mehrwert ihre Investitionen schaffen.
Dort, wo KI erfolgreich eingesetzt wird, entstehen messbare Verbesserungen – etwa bei der Kundensegmentierung, der Risikoprognose oder der Priorisierung von Forderungsmanagement-Maßnahmen.
Für CFOs stellt sich heute nicht mehr die Frage, ob KI eingesetzt werden sollte. Entscheidend ist vielmehr, ob die eingesetzten Lösungen tatsächlich einen nachweisbaren Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten.
3. Das Vertrauen ist größer als die operative Realität
96 % bewerten ihre Fähigkeit zum Risikomanagement mit vier oder fünf von fünf Punkten.
Gleichzeitig beschreiben nur 29 % ihre Kredit- und Forderungsmanagementprozesse als vollständig integriert und datengetrieben.
Die Diskrepanz zwischen dem Gefühl von Kontrolle und der tatsächlichen operativen Reife ist das zentrale Paradoxon dieser Studie.
Selbst Unternehmen, die sich als weitgehend automatisiert bezeichnen, gleichen Zahlungen noch manuell ab, verfolgen offene Forderungen nach und treffen Kreditentscheidungen teilweise per Hand.
4. Governance ist die unsichtbare Bremse
Wenn Finanzverantwortliche beschreiben, was den Einsatz von KI bremst, nennen sie selten technische Herausforderungen.
Die größten Hürden sind Kosten und ein unklarer Return on Investment (61 %), fehlende Kompetenzen (56 %) sowie Anforderungen an Governance, Kontrolle und Compliance (50 %).
Die nächste Entwicklungsstufe von KI im Finanzbereich wird nicht allein durch bessere Algorithmen entschieden.
Erfolgreich werden diejenigen Unternehmen sein, die die richtigen Kontrollmechanismen etablieren, Kompetenzen aufbauen und den geschäftlichen Nutzen ihrer KI-Initiativen nachweisen können.
5. Verspätete Zahlungen sind die neue Normalität
Von allen Herausforderungen, die CFOs nennen, wirken sich verspätete Zahlungen am stärksten auf den Arbeitsalltag aus.
Sie gelten sowohl als größtes finanzielles Risiko als auch mit deutlichem Abstand als wichtigster Auslöser für die Neubewertung eines Kreditmanagement-Partners.
Kreditmanagement ist längst keine reine Backoffice-Funktion mehr. Es hat sich zu einem strategischen Thema auf Geschäftsführungs- und Vorstandsebene entwickelt.
Welche Erkenntnis wird für Sie die wichtigste sein?
150 Finanzentscheider. Vier Märkte. Ein umfassendes Bild davon, wie Finanzabteilungen im Jahr 2026 mit Risiken, KI und Liquidität umgehen.
Den vollständigen CFO Outlook 2026
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